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Gesundheit / 13 Min. Lesezeit

N/N, Träger oder Risiko: Wie lese ich einen Gentest?

N/N verstehen, Erbkrankheiten einordnen und LABOGEN-Pakete vergleichen: mit Kostenbeispielen und den Ergebnissen unserer eigenen Pudel.

Redaktioneller Entwurf · Stand: 13. Oktober 2026

Was bedeutet die Angabe N/N auf einem Gentest-Befund?

Die Bezeichnung N/N steht für zwei normale Genkopien hinsichtlich einer konkret geprüften Mutationsvariante. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass dein Hund frei von allen Erbkrankheiten ist. Der Befund bezieht sich ausschließlich auf die eine, im Labor untersuchte genetische Variante.

Zudem ist die verwendete PCR (Polymerase-Kettenreaktion) lediglich die wissenschaftliche Labormethode zur Vervielfältigung des Erbguts. Sie stellt keinen Qualitätsrang und kein Gütesiegel dar.

Welche Formalien sollte ich auf einem Testbefund genau prüfen?

Wenn du das Befundblatt eines Gentests durchliest, solltest du stets folgende Punkte sorgfältig verifizieren:

  • Identität und Chip: Ist die Mikrochipnummer des Hundes auf dem Befund vermerkt und verifiziert?
  • Labor und Probenart: Welches Testlabor hat die Analyse durchgeführt und welche Probe wurde genutzt?
  • Variante und Ergebnis: Welche genaue Genvariante wurde getestet und wie lautet das konkrete Ergebnis (z. B. N/N, N/M oder M/M)?
  • Interpretation: Liegt eine verständliche fachliche Erläuterung des Laborergebnisses vor?

Warum ist der Befund der Eltern nicht automatisch mit einer eigenen Untersuchung gleichzusetzen?

Ein Elternbefund ist keine klinische Untersuchung des Welpen. Für einen genetisch als „frei durch Eltern“ bezeichneten Status müssen insbesondere beide Eltern für dieselbe geprüfte Variante N/N sein, die Abstammung gesichert sein und die jeweiligen Nachweisregeln erfüllt werden. Das ist etwas anderes als die unspezifische Aussage „Die Eltern sind getestet“.

Bei nur einem N/N-Elternteil und einem Träger lässt sich der eigene Trägerstatus des Welpen daraus nicht festlegen. Auch ein korrekt belegter Status durch Eltern sagt nichts über andere Varianten oder nicht genetisch bedingte Erkrankungen aus.

Wie funktionieren Erbgänge und Wahrscheinlichkeiten bei rezessiven Varianten?

Für einen klar autosomal-rezessiven Erbgang derselben Variante gilt folgende Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen Welpen. „M“ steht hier stellvertretend für die untersuchte veränderte Variante; Labore können andere Kürzel verwenden.

Elternbefunde N/N N/M M/M
N/N und N/M 50 % 50 % 0 %
N/M und N/M 25 % 50 % 25 %

Ein Wurf muss diese Verteilung nicht genau erfüllen. Ein Träger einer rein rezessiven Erkrankungsvariante erkrankt wegen dieser einen Kopie normalerweise nicht; ein Träger-Elternteil macht einen Welpen deshalb nicht automatisch krank. Der Befund ist auch kein pauschaler Makel für einen Familienhund.

Zwei veränderte Kopien bedeuten je nach Krankheit eine Erkrankung oder ein erhöhtes Risiko. Bei DM ist M/M keine sichere Erkrankungsprognose; bei vWD1 gilt die einfache Regel „N/M ist gesund“ nicht. Das Labor beschreibt vWD1 als autosomal-dominant mit variabler Penetranz. Die Tabelle erklärt Vererbung und ist keine Zuchtempfehlung.

Welche spezifischen Erbkrankheiten werden beim Pudel untersucht und wie sind sie einzuordnen?

DM: fortschreitende neurologische Ausfälle

Die degenerative Myelopathie kann im späteren Leben zu Hinterhandschwäche und fortschreitendem Verlust der Gehfähigkeit führen. Der Test auf eine Variante in SOD1, Exon 2 ist ein Risikotest: Auch zwei Risikokopien garantieren keinen Ausbruch. N/N bedeutet, dass diese Variante fehlt. Neue Schwäche muss trotzdem untersucht werden; andere, teils behandelbare Ursachen können ähnlich aussehen.

vWD Typ 1: Blutungen nach kleinen Verletzungen oder Eingriffen

Der von-Willebrand-Faktor ist an der Blutstillung beteiligt. Eine Störung kann verlängerte Blutungen verursachen, etwa nach einer Verletzung, Operation oder Zahnbehandlung. LABOKLIN beschreibt vWD1 als autosomal-dominant mit variabler Penetranz: Eine veränderte Kopie darf nicht pauschal als gesundheitlich bedeutungsloses Trägertum eingeordnet werden.

N/N schließt die getestete Variante aus, aber nicht alle Blutungsursachen. Ein auffälliger Befund gehört vor einem Eingriff zur Anamnese; bei Bedarf wird die Gerinnungsfunktion zusätzlich geprüft.

NEWS: schwere Gehirnerkrankung sehr junger Welpen

Bei dieser mit ATF2 verbundenen Erkrankung sind betroffene Neugeborene schwach; Bewegungsstörungen und Krampfanfälle können folgen. Betroffene Welpen überleben laut UC Davis nicht über etwa sieben Wochen hinaus. Der Erbgang ist rezessiv. Die bekannte Form betrifft insbesondere Großpudel-Linien und deren Kreuzungen: Ihre Aufnahme in ein Laborpaket macht sie nicht automatisch für jede Größenvarietät gleich relevant.

prcd-PRA: fortschreitender Verlust des Sehvermögens

Bei dieser rezessiv vererbten Netzhauterkrankung leiden zunächst die für schwaches Licht wichtigen Sehzellen, später auch das übrige Sehen. Der Verlauf kann bis zur Blindheit führen; Beginn und Geschwindigkeit variieren. Der PRCD-Test kann die bekannte Variante erkennen, bevor der Hund äußerlich auffällt. Ein N/N-Befund hierzu ist kein allgemeines Attest für gesunde Augen.

rcd4-PRA: ein anderer genetischer Weg zur Netzhauterkrankung

Diese rezessive PRA-Form betrifft C2orf71 und wird häufig erst spät klinisch erkennbar. Ein N/N-Ergebnis für prcd-PRA beantwortet die Frage nach rcd4 nicht — beide Varianten werden getrennt untersucht. Altersangaben und Häufigkeiten anderer Rassen sind keine verlässliche Prognose für einen einzelnen Pudel. Auch zwei unauffällige PRA-Tests schließen weitere Augenerkrankungen nicht aus.

Warum müssen DNA-Tests normalerweise nicht jährlich wiederholt werden?

Ein N/N-Test für dieselbe Genvariante muss normalerweise nicht jährlich wiederholt werden. Die DNA eines Hundes verändert sich im Laufe des Lebens nicht wie ein Antikörperspiegel im Blut.

Erneute Auswertungen oder Tests können jedoch begründet sein, wenn Unklarheiten bezüglich der Identität oder Testmethode auftreten oder wenn die medizinische Forschung neue relevante Genvarianten entdeckt hat.

Was unterscheidet Genetik für Farbmerkmale von Gesundheitsbefunden?

Ein Farbergebnis ist zunächst eine Aussage zum untersuchten Merkmal. Die Einträge in einem Farbpanel dürfen nicht wie positive Krankheitsbefunde gelesen werden.

  • E-Lokus e1/e1: beschreibt rezessives Rot/Fawn; das ist für sich keine Krankheitsdiagnose.
  • D-Lokus d1 N/N: schließt nur die getestete d1-Variante aus.
  • I-Lokus: garantiert keine lebenslang unveränderte Farbintensität.
  • A-Lokus BB1/BB1: bezeichnet etwas anderes als „B/B“ am B-Lokus für braunes Pigment.

Auch hier gilt: Kürzel immer mit Genort und Laborlegende lesen. Warum Fawn so verschieden aussieht, erklären wir getrennt.

Warum ist das Fehlen dieser Varianten so wichtig — und was bleibt offen?

Ein N/N-Befund kann eine konkret geprüfte erbliche Ursache ausschließen und zeigt, dass diese Variante nicht weitergegeben wird. Das ist besonders wertvoll bei Erkrankungen, die bei einem äußerlich unauffälligen Hund noch nicht erkennbar wären.

Die ehrliche Aussage lautet aber „frei von der untersuchten Variante“, nicht „genetisch vollkommen gesund“. Ein Panel mit fünf N/N-Ergebnissen enthält keine Untersuchung der Kniescheiben und ersetzt keinen klinischen Augenbefund. Welche Tests passen, hängt auch von Größe und Linie ab — mehr Einträge bedeuten nicht automatisch einen besseren Gesundheitsnachweis.

Auf welche Varianten sind unsere eigenen Pudel getestet?

Für zwei unserer Pudel liegen uns LABOKLIN-Befunde vor. Bei beiden lauten die Ergebnisse für die folgenden fünf untersuchten Krankheits- beziehungsweise Risikovarianten N/N:

  • Degenerative Myelopathie: SOD1, Exon 2 — N/N.
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1: vWD1 — N/N.
  • Neonatale Enzephalopathie: NEWS — N/N.
  • Progressive Retinaatrophie: prcd-PRA — N/N (A).
  • Progressive Retinaatrophie: rcd4-PRA — N/N.

Damit wurden diese konkret geprüften Varianten in den eingesandten Proben nicht nachgewiesen. Das ist die Aussage unserer Befunde; eine Garantie gegen sämtliche Erbkrankheiten oder andere Gesundheitsprobleme lässt sich daraus nicht ableiten. Für GM2, MTC, HUU, MH, CDPA/CDDY oder DLA enthalten diese beiden Berichte keinen Befund. „Nicht in diesen Berichten untersucht“ ist weder ein positives noch ein negatives Testergebnis.

Was wurde beim Fell untersucht?

Die Farbpanels enthalten bei beiden Hunden dieselben hier aufgeführten Ergebnisse:

  • B-Lokus: bd, bc und bs jeweils N/N.
  • D-Lokus: d1 N/N.
  • E-Lokus: e1/e1.
  • I-Lokus: getestete i-Variante N/N.
  • K-Lokus: Kb/ky.
  • A-Lokus, ASIP-Haplotyp: BB1/BB1.
  • S-Lokus: N/N für die untersuchte Weißscheckungsvariante.

Das E-Ergebnis passt zur genetischen Grundlage von Rot/Fawn. Andere Farbloci können Merkmale tragen, die im sichtbaren Fell nicht zum Ausdruck kommen. Die Tests erklären weder jede Farbnuance noch die künftige Farbentwicklung vollständig; etwa das K-Ergebnis erfasst hier nicht abschließend das kbr-Allel. Mehr dazu unter Fawn und andere Pudelfarben.

Grundlage dieser Zusammenfassung sind zwei der Redaktion vorliegende Laborberichte. Wir veröffentlichen die Ergebnisse hier ohne Namen, Chipnummern und persönliche Angaben.

Warum haben wir diese Kombination gewählt?

Wir wollten die untersuchten erblichen Risiken und die Genetik der Fellfarbe in einem Paket abklären. Beides interessierte uns an unseren eigenen Pudeln: die konkreten Gesundheitsvarianten ebenso wie die genetischen Hintergründe ihres Fells.

Der Umfang unserer beiden Befunde entspricht inhaltlich der heute angebotenen Kombination Poodle 2: fünf Krankheits- beziehungsweise Risikovarianten plus Farbpanel. Die Entscheidung für diesen Umfang ist unsere persönliche Erfahrung und keine Vorgabe, dass jeder Familienhund dieselben Tests braucht.

Die oben genannten Ergebnisse zeigen, was wir tatsächlich wissen. Aus der Entscheidung für dieses Paket folgt weder, dass alle anderen Untersuchungen unnötig wären, noch dass die Fellfarbe ein Gesundheitsnachweis ist.

Welche LABOGEN-Pakete werden für Toy- und Zwergpudel angeboten?

Der vorgelegte LABOGEN-Shop zeigt unter anderem diese Kombinationen. Die Paketnamen sind Produktbezeichnungen; ihre Aufnahme in die Auswahl bedeutet nicht, dass jede untersuchte Krankheit für jede Pudelgröße gleich relevant ist.

  • 8621 — Combination Poodle 1: DM Exon 2, NEWS, prcd-PRA, rcd4-PRA und vWD Typ 1.
  • 8857 — Combination Poodle 2: dieselben fünf Erkrankungs- beziehungsweise Risikovarianten, ergänzt um die Farbloci A, B, D (d1), E (e1), I, K und S.
  • 8654 — Combination coat colours dog: diese Farbloci als eigenes Paket; kein Paket für die fünf oben genannten Krankheiten.
  • 9340 — LABOGenetics XXL Dog: laut Anbieter ein Screening von mehr als 340 Varianten zu Erkrankungen, Risiken, Farben und Merkmalen.
  • 9380 — LABOGenetics XXL Dog & SNP DNA profile: XXL-Screening zusammen mit einem SNP-DNA-Profil.

Bei Poodle 1 und Poodle 2 sind laut Shop bereits 15 Euro Patentgebühr für DM Exon 2 enthalten. Sie werden in unserer Rechnung nicht nochmals aufgeschlagen. LABOGEN-Shop: Paketauswahl

Was kostet das einschließlich Probenentnahme?

Laborpreis plus Praxisleistung: Als Erfahrungswert aus unserer Praxis rechnen wir hier mit ungefähr 100 Euro zusätzlich für den Tierarzttermin zur Probenentnahme. Das ist eine Budgetannahme, keine einheitliche Gebühr jeder Tierarztpraxis.

Paket Labor Gesamt*
Fellfarben (8654) 99 € ca. 199 €
Poodle 1 (8621) 110 € ca. 210 €
Poodle 2 (8857) 159 € ca. 259 €
XXL Dog (9340) 119 € ca. 219 €
XXL + SNP-Profil (9380) 155 € ca. 255 €

*Gesamt = ein Laborpaket plus die angenommene Praxisleistung von 100 Euro. Die Laborpreise stammen aus dem am 13. Oktober 2026 geprüften Angebot in der ukrainischen Sprachversion des Shops und enthalten dort laut Preisangabe die Mehrwertsteuer. Verbindlich ist der Preis für deine konkrete Bestellung. Frage, ob Identitätskontrolle, Material, Dokumentation und Versand bereits im Praxisangebot enthalten sind; offene Zusatzkosten kommen gegebenenfalls hinzu. LABOGEN: Preisangaben im Shop

Diese Preise betreffen Gentests, nicht die Untersuchung des Tollwuttiters für eine Reise.

Ist XXL für 119 Euro automatisch die bessere Wahl als Poodle 2?

Die Zahl der untersuchten Varianten allein entscheidet das nicht. rcd4-PRA steht im Shop ausdrücklich in Poodle 1 und Poodle 2, ist dort aber nicht mit „XXL“ markiert. In der am 13. Oktober 2026 geprüften öffentlichen XXL-Testliste war rcd4-PRA ebenfalls nicht aufgeführt. Leite daraus nicht ab, dass XXL dieselben fünf Krankheitsvarianten vollständig abdeckt; lass eine gegebenenfalls nötige Ergänzung und deren Preis bestätigen.

LABOGEN erklärt, dass seine XXL-Methode technisch nicht alle angebotenen Tests umfasst. Prüfe deshalb die konkret benötigten Varianten und ihre Bedeutung für Größe und Linie deines Hundes. LABOGEN: XXL-Inhalt und Grenzen

Das zusätzliche SNP-DNA-Profil ist ein genetischer Identitätsnachweis und kann beim Vergleich passender Profile zur Abstammungsprüfung dienen. Es ist kein pauschaler Nachweis, dass ein Hund frei von Erbkrankheiten ist. LABOKLIN: SNP-DNA-Profil

Welches Probenmaterial muss die Praxis für XXL vorbereiten?

LABOGEN nennt für XXL 0,5–1,0 ml EDTA-Blut oder einen speziellen Abstrichtupfer. Die gewöhnlichen trockenen Backenabstrichtupfer aus dem Standard-Testkit sind dafür nicht vorgesehen. Kläre das gewählte Paket vor dem Termin, damit passendes Material bereitliegt und die Probe eindeutig dem Hund zugeordnet wird. LABOGEN: Anforderungen an die Probe

Kann ich einzelne Erbkrankheiten ohne Paket testen lassen?

Ja. In der gezeigten Auswahl stehen auch Einzeluntersuchungen. Die folgenden Laborpreise wurden am 13. Oktober 2026 im Shop beziehungsweise anhand der bereitgestellten Angebotsansicht geprüft:

  • Je 63 Euro: CDPA/CDDY mit IVDD-Risiko (8294), GM2-Gangliosidose (8208), Hyperurikosurie HUU/SLC (8154), Makrothrombozytopenie MTC (8217), maligne Hyperthermie MH (8062), prcd-PRA (8127), rcd4-PRA (8435) und vWD1 (8119).
  • 73 Euro: degenerative Myelopathie DM Exon 2 (8158).
  • 98 Euro: DLA-Typisierung (8997). Sie untersucht Immunitätsgene und ist kein direkter Nachweis einer bestimmten Krankheit.

Ein Einzeltest ist beispielsweise sinnvoll, wenn eine konkrete Variante noch fehlt oder gezielt abgeklärt werden soll. Ein angezeigter Test ist nicht automatisch eine Pflichtuntersuchung für jeden Familienpudel. LABOGEN-Shop

Die geschätzten 100 Euro für die Praxis werden nicht automatisch je Einzeltest fällig. Werden mehrere Analysen aus geeignetem Material bei einem gemeinsamen Termin beauftragt, lass dir die gesamten Praxisleistungen einmal konkret anbieten. Beispiel mit regulärem Einzelpreis: XXL 119 Euro + rcd4-PRA 63 Euro + angenommene Praxisleistung 100 Euro = ca. 282 Euro. Ein möglicher Kombirabatt ist darin nicht berücksichtigt.

Was bedeuten die zusätzlichen Krankheitsnamen für den Alltag?

Die Folgen unterscheiden sich deutlich; ein auffälliger Befund bedeutet nicht bei jedem Test dasselbe:

  • CDPA/CDDY: Varianten mit Einfluss auf die Beinlänge; insbesondere CDDY ist mit einem erhöhten Risiko für Bandscheibenerkrankungen verbunden. Ein Risikobefund ist noch kein Nachweis eines aktuellen Bandscheibenvorfalls. LABOGEN: CDPA/CDDY
  • GM2-Gangliosidose: eine schwere erbliche Speicherkrankheit mit fortschreitender Schädigung des Nervensystems. Bewegungs- und Koordinationsstörungen können schon bei jungen Hunden auftreten. Für Pudel wird eine Variante im HEXB-Gen untersucht. LABOKLIN: GM2
  • HUU/SLC: ein veränderter Harnsäurestoffwechsel begünstigt Harnsteine. Der Befund kann für eine gezielte Fütterungs- und Vorsorgeplanung bedeutsam sein. LABOGEN: HUU
  • MTC: angeboren weniger und teils größere Blutplättchen. Anders als bei manchen erworbenen Ursachen einer niedrigen Plättchenzahl besteht dabei typischerweise keine erhöhte Blutungsneigung. Die Unterscheidung kann unnötige oder falsche Behandlung vermeiden; weitere Ursachen eines auffälligen Blutbilds bleiben trotzdem zu prüfen. LABOGEN: MTC
  • MH: bestimmte Narkosemittel können bei entsprechender erblicher Veranlagung eine lebensbedrohliche Muskel- und Stoffwechselreaktion auslösen. Ein bekannter auffälliger Befund ist deshalb vor einem Eingriff für das Anästhesieteam wichtig. LABOKLIN: maligne Hyperthermie

DLA-Typisierung beschreibt dagegen Kombinationen von Genen der Immunantwort. Für einzelne Rassen sind Zusammenhänge mit Autoimmunrisiken bekannt; daraus folgt weder eine Krankheitsdiagnose noch eine allgemeine Garantie für ein „starkes Immunsystem“. LABOGEN: DLA richtig einordnen

Brauche ich die Angebote unter „Das könnte Sie interessieren“ zusätzlich?

Diese Rubrik enthält teilweise dieselben Tests wie die übrige Auswahl. Für eine Entscheidung zählt, welche Frage noch offen ist und was dein gewähltes Paket bereits enthält:

  • DM und rcd4-PRA sind in Poodle 1 und Poodle 2 enthalten. Bestelle sie zusammen mit diesen Paketen nicht nochmals als identische Einzeluntersuchung.
  • GM2 und MTC stehen nicht im gezeigten Inhalt von Poodle 1/2. Die öffentliche XXL-Liste führt dagegen GM2 für Pudel sowie MTC Typ A und B auf. Eine Ergänzung hängt deshalb vom Paket und der konkret benötigten Variante ab.
  • rcd4-PRA bei XXL: Die geprüfte Liste führt diesen Test nicht auf; eine Ergänzung separat abklären. LABOGEN: aktuelle XXL-Testliste

Classic STR DNA-Profil (8107), 48 Euro: Das ist ein genetischer Fingerabdruck zur Identifizierung und zum Vergleich der Abstammung, kein Krankheitstest. Für einen Familienhund ohne konkrete Frage zur Identität oder Herkunft ergibt sich daraus meist kein unmittelbarer Pflegevorteil. Ein erstelltes Profil allein bestätigt noch nicht die Elternschaft.

Classic STR nach ISAG 2006 und Premium SNP nach ISAG 2020 sind laut Labor für eine gemeinsame Abstammungsanalyse nicht miteinander kompatibel. Kläre vor der Bestellung, welches Profil für den geplanten Vergleich gebraucht wird. LABOKLIN: Classic STR und Abgrenzung zu SNP

Liegt für deinen Hund bereits ein verlässlich zugeordneter Befund derselben Variante vor, braucht es normalerweise keinen erneuten Test nur wegen eines Shopvorschlags.